Operation Schreibtisch

Stapeln sich auf Ihrem Schreibtisch auch Zeitschriften, Kataloge, Bücher, Briefe, Postkarten, Notizzettel, Post-its, Fotos, Telefonkritzelpapiere, Kontoauszüge, Rechnungen, Belege, wichtige Schreiben, unwichtige Schreiben, und, und, und, neben allerlei Krimskrams? Und wenn Sie etwas suchen, werden die Wanderdünen immer wieder grob umgeschichtet? Ist dieser Zustand irgendwann fast unerträglich? Und stopfen Sie dann nach mehreren Sortier-Anläufen großzügig Ablage P voll, damit es wenigstens oberflächlich für kurze Zeit einigermaßen clean aussieht?

Ich habe eine ganz einfache Lösung entdeckt, die ich meiner geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten möchte.

Ich räume inzwischen jeden Tag, noch bevor ich meinen PC hochfahre und den Kaffeebecher an die Lippen setze, wenigstens einen Gegenstand auf. Das ist ganz leicht, weil die Überwindungsschwelle so niedrig ist. Und nach ein paar Tagen sieht man schon die Tischplatte. ; ) Ich bin jedenfalls von meinem Konzept total überzeugt. Vielleicht funktioniert es ja auch bei Ihnen.

51 Kommentare zu „Operation Schreibtisch

  1. das ist noch zu toppen…..;-) Seit nunmehr 8 Jahren bin ich selbständig und alleinerziehend. So dermaßen strukturiert war ich noch nie in meinem Leben…aus einem einfachen Grund! Wenn ich auch nur 2-3 Tage nachlasse wird der abzuarbeitende Berg so groß, dass bei mir schnell eine depressive Resignation angesichts des Arbeitspensums auftritt ;-/.
    Eine meiner Mitarbeiterinnen ist ebenfalls alleinerziehend. Sie ist um Grade verläßlicher als die andern beiden.
    Daher ist die Prokrastination wohl eher ein Phänomen, der Menschen, die noch über ein beneidenswertes Maß an Freizeit und Freiheit verfügen. Schätzen sie sich glücklich und lassense ruhich mal Fünfe gerade ;-)))).

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    1. … Bei dem Stapel auf dem Bild setzt Ihr System aber noch eine ordentliche Portion Restlebenszeit voraus. Na ja, Sie sind ja auch noch jung 🙂

      Irgendwo las ich:
      „Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe.“

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    1. Doll. Wo kann ich denn dieses Update-Tool downloaden, mit dem man die Betriebsfläche chromxy-2.0 zum Leergut-Tassen-Wegräumen aufrüstet??

      Edit PmSed…ich mach Euch beiden am Nachmittag mal ein Foto von MEINER Ablage. Ein äußerst effizientes System..!!!

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    2. Ich find ja, das wär ein passendes Thema für einen neuen Fotowettbewerb!

      Ich frühstück dann mal zu Ende und trag brav alles in die Küche zurück!
      Nein, doch nicht gleich in den Geschirrspüler. Tsssss!!

      lg Kinker

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    3. Wie neu ist diese Strategie tatsächlich?

      Im Beruf bin ich auch ordentlicher, da gehts ja auch um die Sachen anderer.
      Wobei ich die wirklich wichtigen und dringenden Sachen schon zeitgerecht erledige. Außer Steuererklärungen und Buchhaltung, aber das hat ja bald ein Ende! *juchuu*
      Ansonsten halt ich viel von „Jedes Ding an seinen Platz“, „Auf jedem Weg von einem Zimmer ins andere ein Trumm mitnehmen“ sowie „Was du in zwei Minuten erledigen kannst, mach sofort“. Funktioniert halt nach einiger Zeit alles nur bedingt, bis ich wieder einen Rappel krieg.
      Es bleibt eine lebenslange Bürde. *gg*

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    4. Daher ist mein „Konzept“ so niedrigschwellig und kommt resourcenschonend ohne ständige Entscheidungsprozesse aus. Man macht das Bißchen einfach immer und ohne Diskussion und Ringen mit dem inneren Schweinehund.

      Ich hab vor etwa 3 Wochen damit begonnen. Ein paar Schubladen wurden bisher aber noch nicht angerührt. ; )

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    5. Ich gebe es ehrlich zu: So sieht mein Schreibtisch nicht aus. Und mein Wohnzimmerschrank, mein Wohnzimmertisch, mein Küchentisch….. Irgendwie schaue ich mich um und es sieht wieder chaotisch aus. Diese Idee mit einem Ding pro Tag würde mich ersteinmal nicht weiter bringen. Deswegen habe ich eine andere Idee, um zuerst eine Struktur ins Chaos zu bringen: Mein Mann wird wegen einer leichten OP ca. 1 Woche krank geschrieben sein. Er darf aufräumen……(Und ja, er weiß schon von seinem Glück.) Danach werde ich es aber mal ausprobieren.

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  2. Liebe Frau Faust,
    ich kenne Sie als eine ausgesprochen kreative und einfallsreiche Frau!
    Darum wundert es mich auch nicht, dass Sie für dieses weltweite Problem eine Lösung gefunden haben.
    Dass Sie selbstlos und ohne Gewinnsucht dieses Verfahren allen notleidenden Schreibtischtätern zur Verfügung stellen, beweist wieder einmal mehr Ihre soziale Großmut und Menschenfreundlichkeit.

    Vermutlich wird irgendein Asiat diese Idee stehlen und zum Patent anmelden.

    Eine weltweite Abschaffung der Prokrastination könnte tatsächlich diesen Planeten gerade noch so retten. Auf andere Gebiete und Entscheidungsträger angewendet, könnten in Zukunft Präsidenten sehr viel früher zurücktreten, Staaten früher den Konkurs anmelden und vielleicht sogar die ein oder andere Katastrophe vorgezogen werden, um sie schneller hinter sich zu bringen.

    Ich hoffe, die Schweden sind schon auf Sie aufmerksam geworden, sonst muss ich da ein wenig nachhelfen. 😉

    Gruß Heinrich

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    1. Nach den ersten paar Zeilen dachte ich noch: Mensch, der Friedrich-Karl schreibt ja so zauberhaft wie der Heinrich!

      Vielen Dank für Ihr Lob und die Empfehlung in Stockholm.

      Ja, vielleicht ist es tatsächlich so: Wirklich gute Ideen sind einfach! : )

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  3. Manche Leute haben dazu noch ein Sticker-Problem (neu-deutsch: post-it). Weil der Tisch so überladen ist, heften sie sich Sticker an den Bildschirm mit den allerwichtigsten Dingen, und am Ende ist der PC so bestickt, dass man 1. ein Augenflimmern bekommt wegen dem „bunten Rahmen“ außenrum und 2. auch die allerwichtigsten Dinge nicht mehr wahrnimmt, weil es einfach zu viele davon gibt.

    Es wäre aber schon eine arge Herausforderung, ein Blatt Papier vom Tisch aufzuräumen UND einen Sticker abzuarbeiten? Hier ist Disziplin gefragt!

    Ich persönlich hatte die letzten drei Jahre in einem Schrank erst einen Regalboden, dann drei Böden voll mit zu erledigender Ablage. Tür zu, alles gut. Anfang des Jahres wagte ich mich dann an die Mamutaufgabe und konnte überraschenderweise gut die Hälfte davon dann gleich in die P-Ablage verfrachten. Ich habe aber auch Dinge entdeckt, von denen ich gar nix wusste… Also auch keine gute Lösung für das eigentliche Problem 😉

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    1. Ha ma kennt au mit Tesa nochhelfa, dass se fescht bäbbad 😉 i mach des au net, also mit de Schdigger im Allgemeina, aber i hab do a Kollegin, des duad mir in de Auga weh.

      Die Post war natürlich geöffnet und gesichtet, aber dann wieder vergessen worden. Es waren auch keine wirklich wichtigen Sachen, es ist also nix passiert 😉 So penibel wie ich im Büro bin was das angeht, so schlampig bin ich zu Hause. Schlimm ist das.

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    2. Du warst heimlich da und hast fotografiert, oder? 😉 ja, so sieht es aus. Und auf dem Tisch in der Schreibunterlagen kleben die Teile auch noch. Sowas nennt man dann externen Datenspeicher…

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  4. Guter Tipp probiere ich aus. Bei mir ist es wieder soweit, dass ich mehr als 30 Handgriffe brauche, um die Ordnung herzustellen. Jetzt lauert das Chaos. (Hab ich dir darüber nicht ein Manifest in einen Kommentarkasten geschrieben?)

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