37 Kommentare zu „Stuttgart 21 – Eine Chronik

    1. Inzwischen doppelte Fahrzeit zur Arbeit: am ersten Plakat fahr ich noch vorbei (mäßiger Geschwindigkeit, im Kopf herrscht vermeintlich Klarheit), Plakat zwei gedrosselt (erste, innere Nachfrage), am dritten Vollbremsung (nochmal zurück zum ersten?), viertes wird schleichend passiert (ernste Mine, Plakat entfernen?), 5-100 sauberes Echo im Kopf.

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  1. Damit ich es nicht vergess, hab ich schon vor fast zwei Wochen Briefwahl gemacht 😉 Und natürlich richtig angekreuzt *gg* Heut Nachmittag kam auf Phoenix nochmal eine Doku dazu, wenn ich den Herrn Oettinger sehe, krieg ich schon Stehhaare. Der Frage, warum er damals verschwieg, dass die Kosten deutlich höher sein werden, ist er natürlich ausgewichen. Seiner Meinung nach ist Stuttgart bzw. Baden-Württemberg in Europa nicht mehr konkurrenzfähig, deshalb sei man seit 17 (!!!!) Jahren an der Planung. Komisch, dass wir auch ohne den neuen Bahnhof und 17 Jahre später immer noch eines der reichsten Bundesländer sind. Da werd ich doch glatt gleich mal zum Wutbürger 😉 Den 30.09.2010 werde ich nicht vergessen, wie seltsam ich mich fühlte, als morgens auf dem Weg ins Büro diese Hundertschaften Polizei an mir vorbeifuhren auf der Bundesstraße und ich dann tagsüber und abends die Bilder sah, was nicht weit von mir entfernt passierte. Diese Demonstranten waren nicht nur „schrullige Linke“, das waren ganz normale Bürger, die breite Mittelschicht.

    Ich bin so gespannt, was morgen rauskommt!

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  2. Außer Konkurrenz Also ich habe hier ja nichts zu reden und bin weder Beteiligter, Nutznießer noch Leidgeprüfter. ich würde aber definitiv mit „Ja zum Projekt“ stimmen.
    Ich finde es verkehrstechnisch angebracht. Dass es zu Schwierigkeiten kommen wird, ist zu erwarten. Ich halte aber den schienengebundenen Verkehr dem Fliegen für überlegen. In Japan kostet Bahn und Fliegen gleich viel. Die Zugverbindung wird von den meisten vorgezogen und benötigt bei einer Strecke von 600km Tokyo-Osaka deutlich weniger Zeit, wenn man Stadtzentrum-Stadtzentrum als Maßstab hernimmt.

    Dass solche Projekte teurer kommen als ursprünglich geplant wird, ist keine Neuheit. Die Frage, die sich stellt, ist lediglich, ob die Kostensteigerungen wegen Korruption eintreten oder wegen natürlichen Preissteigerungen, die zusätzlich vergrößert werden, wenn das Projekt laufend verzögert wird.

    Dass Eisenbahn ein Infrastrukturthema ist bedeutet auch, dass sie sich nicht unbedingt rechnen muss. Gut, wenn jeder Arbeiter mit dem Mercedes unterwegs sein kann, brauchen wir keine Massenverkehrsmittel. Dass es keiner Magistrale bedarf, erinnert mich ein bisschen an den Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Nürnberg. Auf der alten Strecke bin ich selbst mehrfach in einem ICE hinter einem liegengebliebenen Güterzug verhungert. Dass man hier 20 Jahre gebraucht hat, bis es zu einer Entscheidung gekommen ist, hat natürlich auch den Effekt, dass München-Hamburg doch lieber geflogen wird. Ist ein anderes Thema.

    Ich sehe allerdings etwas anderes. Da haben Leute ein Projekt geplant, dass sich nicht in ihrer eigenen Wahlperiode wählertechnisch ausschlachten lässt. Das spricht sehr für die Initatoren, egal wie nun die rein fachliche Lage ist.
    Bei uns wird seit Jahren der Semmeringtunnel torpediert. Alle wollen ihn außer dem Landeshauptmann des Bundeslandes in dem ich wohne. Der betreibt reinen Protektionismus, dass sein Bundesland arbeitstechnisch besser dasteht als die Steiermark. Wien-Graz fährt man zur Zeit um eine Stunde länger als Wien-Linz. Der Unterschied wird sich noch steigern, weil 2013 der Schnellausbau der Weststrecke einen wesentlichen Abschluss bekommen wird.
    Was die Leute alles an Bedenken äußern. Das Grundwasser wird verenden, weil eine Tunnelröhre gebaut wird!
    In Wien wurden im letzten Jahr gleichzeitig drei Großbahnhofsprojekte geplant, begonnen und eines wird beendet. Wieso brauchen wir drei Bahnhöfe?

    eine Erkenntnis war aber, dass der Ersatz des Südbahnhofes das Ausweichen auf Wien Meidling mit nur acht Bahnsteigen erforderlich gemacht hat. Ich selbst hätte nie glauben mögen, dass es möglich ist, den gesamten Südhauptverkehr mit acht Gleisen zu bewältigen. Aber es geht. Und da fahren auf vier Gleisen die ganzen Nahverkehrs-S-Bahnen.

    Aus Sympathie mit den hier geschrieben Habenden, wünsche ich ja, dass sie sich mit ihren Wählerstimmen durchsetzen können. Aber ich werde absolut kein Mitleid haben, wenn es dann später einmal heißt, wir haben das damals einfach verschlafen. Und um den Kfz-Verkehr beneide ich die Deutschen keineswegs.

    Vor kurzem gab es ein Interview mit dem Chef der SSB. Dort scheint das alles mit Volksentscheid gut zu funktionieren. Wir sind in Österreich nicht so weit und jammern über Performance und Kosten unserer Bahn. Doch wie ich schon oft geschrieben habe, befinden wir uns da fast im schlaraffischen Bahnland, wenn ich mir den oben gezeigten Film zu Gemüte führe.

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    1. Stuttgarter Heilquellen. In diesem Teil der Stadt liegen zwei Mineralbäder der Stadt, die den Bürgern heilig sind.

      Das Problem von nicht Ortskundigen ist, dass sie manche Aussagen als unwichtig abtun. Stuttgart liegt in einem Talkessel, in der Innenstadt ist es im Sommer unerträglich stickig. Der Stadtpark ist die grüne Lunge in der Innenstadt. Direkt neben der Stelle, an der die alten Bäume gefällt wurden im Herbst letzten Jahres, ist der Punkt mit der höchsten Feinstaubbelastung in der Stadt. Bis die Bäume wieder nachgewachsen sind, bin ich schon lange verrottet.

      Der Verkehr ist schon jetzt fast nicht auszuhalten und mit Stuttgart 21 sollen täglich hunderte LKWs, die den Erdaushub wegschaffen, dazukommen. Bedenkt man die Tallage und die Steigungen auf den Hauptzu- und Ausfahrten (Pragsattel), weiß jeder Leidgeplagte, was ihn erwartet.

      Es sollen neue Büro- und Wohngebäude in bester Citylage erstellt werden. Dann schaut euch um in der Innenstadt, wieviele neue Bürogebäude leer stehen, weil kein Betrieb diese horrenden Mieten bezahlen kann und weil es keine Parkplätze gibt. Wer kann schon 200-300 Euro im Monat für einen Parkplatz bezahlen? Die neuen Bürogebäude sind vollverglast und vollklimatisiert, kein Fenster ist mehr zu öffnen. Horrende Energiekosten zur Kühlung oder zur Heizung sind die Folge. In der heutigen Zeit mit den ganzen Energieproblemen und immer höheren Kosten dafür ist das nicht zu verantworten.

      An das Folgende kann ich mir nur aus einem Radiobericht erinnern, daher keine Gewähr auf Richtigkeit: In Bad Cannstatt, quasi neben den beiden Mineralbädern, könnte schon jetzt mit den Tunnelarbeiten für die neue S-Bahn/U-Bahn angefangen werden. Es konnte sich bisher noch keine Baufirma über die Ausschreibung finden, da diese wohl Bedenken haben, das Gelände könnte aufgrund der geologischen Schichten unter Stuttgart absacken. Es soll unter dem Daimlergelände gebohrt werden und da kämen u. U. große Regressforderungen auf die Baufirmen zu.

      Schlussendlich ist der neue Bahnhof einfach hässlich und passt überhaupt nicht zum restlichen Stadtbild und dem Rest des denkmalgeschützten Bahnhofs. In meiner Stadt hier wurde in den 70er Jahren ebenfalls ein hochmoderner Bau mitten in die historische Altstadt gebaut, Fortschritt Fortschritt. Heute bereuen es die Stadtoberen, dass sie so einen Schandfleck mitten in der hübschen Altstadt haben. In Stuttgart wird es ebenso sein, davon bin ich überzeugt. Bedenkt man, dass für die gesamte Bauzeit 14 Jahre angesetzt werden und wie sehr das Leben in der Stadt dadurch beeinträchtigt wird… Dafür, dann 20 Min. schneller am Flughafen oder 30 Min. schneller in München zu sein…

      Es geht hier nicht darum, den Fortschritt zu verhindern. Es geht darum, dass hier lange Jahre der Bürger für dumm verkauft wurde und der Nutzen aus diesem Projekt einfach nicht so gegeben ist, als dass es dieses Milliardengrab rechtfertigen würde. Dieses Geld könnte an anderer Stelle nützlicher eingesetzt werden (Kita-Plätze etc.)

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    2. Kopfbahnhof ist besser! Da steht’s, amtlich sogar 😉

      Für mich, die außerhalb von Stuttgart lebt, ergeben sich sogar Verschlechterungen, würde ich mit den öffentlichen Fahren. Abgesehen davon, dass mein Landkreis 18,5 Mio. Euro dafür bezahlen muss, wäre meine Fahrtzeit an den Hauptbahnhof um 2 Minuten länger, ich hätte keine direkte Verbindung mehr an den Flughafen und die Menschen aus der Schorndorfer Richtung könnten künftig nicht mehr in Bad Cannstatt aussteigen, da dort die S-Bahn dann nicht mehr hält! Sie fährt durch bis zum Hauptbahnhof. Was für mich heißen würde, ich hätte statt bisher zwei S-Bahn-Linien und somit einem 15-Min.-Takt nur noch 1 S-Bahn zur Verfügung mit einem Takt von 30 Min., abends nur noch stündlich. Also so gar nicht fortschrittlich für mich, eher ein Rückschritt.

      Da wir von nun 16 dann nur noch 8 Gleise haben werden, verkürzen sich die Haltezeiten der Bahnen. Die Bahnsteige sind eng und die Gleise werden teilweise doppelt belegt, was dazu führt, dass bei Verspätungen die Bahnen/Züge nicht mehr warten können, es beim Ein-/Aussteigen mit Koffern und Kinderwägen und Fahrrädern problematisch werden kann, da es ja alle eilig haben und dass der ein oder andere sicher auch mal ausversehen in die falsche Richtung fahren wird, da die Gleise ja doppelt belegt werden. Wir haben hier schon so ein Gleis bei der U-Bahn und da ist es normal, am anderen Ende der Stadt zu landen weil man in die falsche Richtung eingestiegen ist.

      Ich habe also neben all den anderen Gründen auch ganz eigene, egoistische Gründe, da ich von den angeblichen Vorteilen kaum Gebrauch machen werde.

      Meine Firma überlegt derzeit ernsthaft, demnächst in die Innenstadt umzuziehen. Da ich für den Firmenboss arbeite, weiß ich auch um die Preise etc.. Das ausgesuchte Gebäude wäre zu Fuß 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, also direkt an der Baustelle. Ich überlege ernsthaft, die Region zu verlassen, kommt es soweit. Ich möchte nicht die nächsten 10-15 Jahre meines Lebens so einer Belastung ausgesetzt sein.

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    3. Wenn der Verkehr jetzt schon kaum auszuhalten ist, dann stelle ich mir doch vor, dass alles beim alten bleibt. UND DER VERKEHR WEITER ZUNIMMT.
      Es ist diese Art der Argumentation, die es mir schwer macht, den Gegnern zuzustimmen.
      Die Geschichte mit den Heilquellen würde mich da schon mehr überzeugen. Aber wie gesagt, ich habe da nicht zu argumentieren. Ich habe eher versucht, darzustellen, warum ich nicht dagegen wäre, selbst wenn es mich beträfe.
      Ähnlich habe die Bewohner eines Bezirkes gegen die Untertunnelung von Hietzing argumentiert. Doch mittlerweile sind die Argumente verstummt und die Bewohner des Bezirkes sehen bereits bestimmte Verbesserungen, abgesehen davon, dass sie vom Tunnelbau fast nichts mitbekommen haben.

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    4. Ich glaube nicht, dass NACH S21, also so in 15 Jahren, mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen werden, da S21 ja hauptsächlich den Fernverkehr verbessern soll. Und während der Bauzeit wird es so oder so genug Probleme mit den S-Bahnen geben, dass wahrscheinlich deswegen eher mehr mit dem Auto fahren als weniger. Ich bin 22 Jahre ÖPNV gefahren, ich weiß also auch, wovon ich rede 🙂

      Tut mir leid, dass dir meine Argumentation nicht gefällt. Es sind leider die einzigen, die ich habe und für mich sind sie gut genug 🙂 Wir werden sehen, was passiert. Irgendwann ist auch das Thema mal Vergangenheit.

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    5. Es ist an sich schon schwer, sich vorzustellen, was in 15 Jahren sein wird. Als in Wien vor mehr als 25 Jahren die Donau zweigeteilt wurde, aus Gründen des Überschwemmungschutzes, der aber auch vorher schon gut gegeben schien, waren sehr viele Menschen dagegen – auch ich. Vor einigen Jahren wurde ein Jubiläum gefeiert und es wurde festgestellt, dass heute kaum jemand den Nutzen und den Vorteil der Lösung überhaupt in Frage stellt.
      Damals war die Veränderung des Stadtbildes eines der Hauptargumente. Und da gab es andere, die buchstäblich den Teufel an den Wand malten. Ich bin dieses Jahr sechzig geworden und habe schon einige Langzeitprojekte erlebt. Und den Stimmungsumschwung der Bevölkerung mitbekommen, wenn die Umstellung beendet wurde. Selbst gegen die U-Bahn wurde gewettert. Was würde da alles an altem und archäologischem Material zunichte gemacht. Bei den Tunnelgrabungen hat man auch tatsächlich viel vorgefunden. Die Funde wurden in kleinen und großeren Ausstellungsgebilden bewahrt. Kein Mensch denkt heute daran, dass manche Sehenswürdigkeiten dem Wiener U-Bahnbau zu verdanken sind. Die 75km U-bahn gehören zu einem Netz, dass heute nach UITP zu den besten öffentlichen Versorgungsnetzen gehört. Doch die Widerstände waren enorm.
      Es mag ja sein, dass gerade S21 ein „verfehltes“ Projekt ist. Das würde sich allerdings erst im Nachhinein herausstellen können. Praktisch jedes Großprojekt wird von einer Gruppe von Menschen bekämpft, die für sich persönliche Nachteile sehen. Was Gutachten angeht, bin ich ein gebranntes Kind. Es gibt genauso viele Gutachten die für Atomkraftwerke sprechen wie solche, die dagegen sind. Ich habe bei der Abstimmung über Österreichs Atomkraftwerk dagegen gestimmt. Doch nicht wegen irgendwelcher Gutachten. Sondern weil ich bestimmte Gefahren anders bewerte, als sie üblicherweise in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Aber mit Gutachten holt man mich weder pro noch kontra hinter dem Ofen hervor. Außer ich habe es selbst gefärbt:)

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    6. Sicher, die Zeit wird es zeigen. Hier ist es ja so, dass nicht darum geht, einen Bahnhof zu haben oder nicht. Wir haben einen Bahnhof und wir haben U- und S-Bahn. Es funktioniert alles ganz gut. Ob die Befürchtungen eintreten, kann man erst sagen, wenn es soweit ist. Wovor ich Angst habe ist, dass diese Dinge dann unwiederbringlich zerstört sind und man dann nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann, obwohl es nach heutigem Stand andere und billigere Alternativen gegeben hätte, die sogar leistungsfähiger sind. Sterben die Bäume im Stadtwald, weil das Grundwasser abgesenkt werden muss? Verändert sich der Mineralwasserstrom im Gestein oder versickert und die Bäder müssen zumachen? Das sind einfach Schäden, die man nicht auf die Schnelle wieder gutmachen kann. Das täte mir im Herzen weh, wenn wieder die Natur unwiederbringlich kaputt gemacht wird für ein bißchen Fortschritt. Oder dass ein riesen Loch in einen Berg gebohrt wird, obwohl es eine Bahnstrecke um ihn herum bzw. über ihn gibt. Ist das wirklich notwendig? Geht es wirklich nicht ohne das alles? Die „Gruppe von Menschen, die das bekämpft“, ist nach heutigen Berichten 45 % der Wahlberechtigten. So wenige sind wir also nicht 🙂 Trotz allem glaube ich, dass wir trotzdem verlieren werden, weil auch erschreckend viele Menschen die ich kenne es leid sind, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich auf Gerichtsurteile verlassen. Oder sagen, ich wohne so weit weg, davon bin ich gar nicht betroffen. Bezahlen müssen wir alle dafür, ob nun mit Euro oder in anderer Form. Wenn mein Landkreis 18,5 Mio. Euro dafür „abdrücken“ muss, bleibt einiges hier dafür auf der Strecke. Der Nahverkehr verbessert sich dadurch nicht wirklich.

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    7. @Burgfrollein Unwiederbringliche Zerstörungen, überhaupt irreversible Vorgänge besorgen mich ebenso und da bin ich ganz bei Ihnen.
      Aber z.B. das Argument mit dem Riesen Loch ist einfach demagogisch und plakativ. Tunnelbauten sind keine Riesenlöcher im geologischen Sinn. Ich habe mich hier echt gefragt, was ein Tunnelbau durch das Semmeringmassiv bewirken würde. Immerhin bekommen die Wiener einen Großteil des Wassers von dort. Mein Kollege, absolut „grün“, Biologe und Professor an der Bodenkultur, darüber hinaus sehr, sehr ehrlich, bestätigte mir vor einigen Wochen, dass ein Tunnelbau, wie er heute vorgenommen wird, keinen schädlichen Einfluß haben würde. Dabei kann ich mir da sehr wohl die Verletzung von Schieferplatten vorstellen, die für den Abfluss und die Siebung des Wassers großen Einfluss haben. Doch die Dimensionen stimmen einfach nicht. Allerdings maße ich mir nicht an, über die tektonischen Verhältnisse in Stuttgart Bescheid zu wissen. Aber sie nehmen ja wohl Bezug auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke.
      Aber Sie können mir glauben, ich liebe die Fahrt über den Semmering. Darüber habe ich schon lang und breit bei Frau Frogg geschrieben. Mir macht die Fahrzeit, die eine Stunde länger dauert nicht soviel aus, ich genieße die Aussicht. Außerdem arbeite ich im Zug mit dem Laptop und fühle mich dabei recht wohl. Aber für viele Leute ist diese Stunde, eigentlich sind es zwei (hin und zurück) der Anlass, dass sie mit dem Auto fahren. Und da halte ich den Zug für weitaus umweltfreundlicher.

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    8. Meine Argumente mögen plakativ sein, für mich bleibt am Ende trotzdem ein großes Loch im Berg, das vorher nicht da war. Auch der Nutzen der Neubaustrecke rechtfertigt in meinen Augen keinen solchen Eingriff in die Natur. Siehe Fazit S. 81 Gerade weil es landschaftlich so schön ist! In diesem Bericht steht, dass im worst case, wenn überall die NÖT (Neue Österreichische Tunnelbauweise) angewandt würde, die Kosten bei 10 Mrd. Euro liegen.

      Es ist einfach meine ganz persönliche Meinung, dass in der heutigen Zeit, in der es immer und überall „sparen“ heißt und Staaten bankrott gehen, ein solches Projekt einfach nicht mehr zeitgemäß und überheblich ist. Der Nutzen aus diesem Projekt ist für mich nicht gegeben, die Risiken viel zu hoch. Für mich ist das ein reines Prestigeprojekt, das auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden soll.

      Meine Argumente sind mit Emotionen durchsetzt, das gebe ich zu, aber das hier ist nur ein Blog und keine wissenschaftliche Abhandlung und ich bin auch kein Politiker. Ich will hier keine Überzeugungsarbeit leisten, ich habe nur meine Sichtweise der Dinge dargelegt. Im Übrigen ist es hier im Blog wie draußen im Leben: Nicht unbedingt die Argumente werden angegriffen, sondern die Personen, die sie vorbringen.

      10 gute Gründe für den Ausstieg, da steht eigentlich alles 🙂

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    1. Wording Ich weiß ja nicht, wer für das Wording verantwortlich war. Aber mit JA stimmen zu sollen, wenn man NEIN meint, übersteigt die Intelligenz der Wähler. In Deutschland genauso wie in Österreich. So betrachtet überrascht mich das Ergebnis keinesfalls.
      Ich selbst wäre ja für das Projekt gewesen, wie aus vorherigen Postings hervorgeht.
      Da gibt es nur ein Gegenmittel. Bei der nächsten Wahl müssten die Grünen mehr als 33% bekommen. Aber dann wird es vermutlich zu spät sein.

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    2. ad argumentum Ich greife eines der Grün-Argumente heraus:

      8. Eine Folge der Tieferlegung: Bahnfahren wird richtig stressig!

      Die Planer des Stuttgarter Hauptbahnhofs ignorieren die Interessen der Reisenden. Fahrgäste können jetzt im Kopfbahnhof ebenerdig umsteigen, die Fahrgäste müssten später auf den Vorteil verzichten und stattdessen Treppen steigen oder auf Aufzüge warten, die womöglich defekt sind. Dies ist vor allem für die steigende Zahl älterer Menschen eine Zumutung.

      Ein-, Aus- und Umsteigen wird zum puren Stress, weil die Züge viel zu kurz halten. ICEs sollen statt vier nur noch zwei Minuten stehen bleiben und Regionalzüge gar nur noch eine Minute. Nur kann eine höhere Kapazität des Tunnelbahnhofs angesichts der geplanten Reduzierung der Gleise von 16 auf 8 gegenüber dem jetzigen errechnen werden. Doch das ist Theorie, denn in der Praxis würde der Stuttgarter Bahnhof zur Verspätungsfalle werden., eine oder zwei Minuten reichen für den Fahrgastwechsel in den Spitzenzeiten nicht aus. In Durchgangsbahnhöfen mit ähnlich hohen Fahrgastzahlen wie Köln oder Hannover haben sämtliche Züge mindestens drei Minuten Aufenthalt.

      „Ihr Anschlusszug konnte leider nicht warten“, das werden Reisende im Stuttgarter Bahnhof viel häufiger zu hören bekommen. Acht Gleise stehen nur noch zur Verfügung, und die müssen dicht belegt werden – nach spätestens zehn Minuten fährt der nächste Zug im Gleis, und auf verspätete Anschlusszüge kann bestenfalls 2-3 Minuten gewartet werden. Schon bei einer Verspätung eines Fernzuges von wenigen Minuten verlieren viele Fahrgäste mit knappen Anschlüssen eine Stunde Fahrzeit, weil ihr Anschlusszug weggefahren ist.

      Wenn das stehen würde „Schaut euch Berlin und Leipzig an, was ist denn das dort für ein Scheiß?“ und es gibt keine Gegendarstellungen, könnte ich dem Argument der Ebenerdigkeit noch etwas abgewinnen. Aber wenn alle Gleise ebenerdig sind, rennt man sich von Bahnsteig 1 zu Bahnsteig 24 mehr zum Trottel als vom Bahnsteig auf Ebene 3 zum Bahnsteig auf Ebene 1.

      Das mit der Verspätungsfalle kann ich aus eigener Erfahrung in Meidling widerlegen. Da hatte ich ursprünglich selbst gedacht, dass sich der Verkehr dort nicht abwickeln ließe (ohne Verspätungsfalle). Mitnichten! Das ist also ein Argument, welches sich wirklich nur mit „stressig“ bezeichnen lässt. Und selbst wenn ich die anderen Argumente nachvollziehen kann, wird hier rein demagogisch und ziemlich polemisch agiert.
      Und da kontere ich mit einer grünen Wahlparole aus Graz:
      „Gleiches Recht für alle, Vorfahrt für die Frauen.“ Das verhindert, dass ich die Grünen mit Überzeugung wähle. Ich tue es ja doch, weil die anderen alle beschissener sind. Aber bei so einem Slogan kann ich auch nur sagen:
      echt stressig!

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    3. @ Eugene:

      Ich hätte mir auch zumindest 50% erwartet, aber 47% in Stuttgart selbst ist nah dran. In meinem Umfeld war ich oft überrascht, dass so mancher dafür war und mit welcher Begründung. Die allermeisten sagten „Des isch alles korrekt genehmigt worra, wo komma mr hin, wenn a Gerichtsurteil nix mehr wert isch? I will von dem ganza nix mehr höra!“. Schwäbisch halt 😉 Die Leute in meinem Umfeld, die argumentieren, man wäre in 8 Minuten am Flughafen, fahren selbst nie mit den Öffentlichen oder dem Zug, die fahren mit dem Taxi für 60 Euro pro Fahrt. Die fahren auch nicht mit dem ICE sonstwohin, die fliegen. Insofern… Zähne zusammenbeißen und durch. Wir müssen ja nun demokratisch sein 😉

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    4. Falls es wirklich daran läge, dass die Leute nicht ja sagen können, wenn sie etwas ablehnen wollen, dann fehlt ihnen eigentlich die Kompetenz zu jeglichem Urnengang. Demokratie abschaffen? Aber ist die Regentschaft mit dem Segen einer Horde von Grenzdebilen nicht immer noch ein bisschen besser als eine Diktatur welcher Couleur auch immer?

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    5. Nach ein paar Flurgesprächen heut in der Firma kann ich sagen, dass sehr sehr viele einfach die Nase voll hatten von dem ganzen Thema und die Diskussionen beenden wollten. Deshalb haben sie für den Bahnhof gestimmt, also „nein“.

      Soll sich einer von denen trauen, mir irgendwann einmal vorzujammern, auf dem Weg zum Flughafen im Baustellenstau gestanden zu haben ^^ Dann weiß ich schon, was ich sage 😉

      Nein, ich bin nicht nachtragend und auch nicht gehässig. Ich finde es nur schade, dass diese Chance nicht wirklich genutzt wurde. 58 Jahre getroffener Führungsentscheidungen kann man halt in ein paar Jahren nicht wett machen. Die 47% in Stuttgart, die dagegen waren, kommen mir deshalb schon richtig rebellisch vor!

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