25 Kommentare zu „Ihr könnt mich alle am Arsch lecken

    1. Man darf Wut nicht mit Zorn gleichsetzen. (Auch der Terminus „Wutbürger“ ist ja eigentlich völlig unzutreffend, richtig müsste es „Zornbürger“ heißen.)
      Peter Finch stellt in „Network“ keinen wütenden, sondern einen zornigen Mann dar. (Nicht von ungefähr hat er für seine Darstellung einen Oscar gekriegt.)

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    2. Diese Vereinnahmung ist ja Gegenstand dieser Mediensatire. Und damit muss man in unserem System von Ausschlachtung und Profitmaximierung leider rechnen, wie im letzten Beitrag zu sehen war. Das ändert nichts an dem berechtigten und hoffentlich wachsenden Zorn (danke Nömix). Denn um einen Systemwechsel einzuleiten, und darum geht es meiner Ansicht nach, braucht es beträchtlich viel mehr an Stimmen. Alles beginnt mit einem ersten Schritt, meinetwegen mit einem ersten Krebsschritt.

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    3. „so ein film“ über NETWORK lass ich nichts kommen: einer der prophetischsten und besten filme, die je aus hollywood herausgekommen sind. der zornbeseelte moderator, der zum fernsehprediger wird ist nur ein detail in dem film, der als ganzes sehr umfassend die mechanismen von medium und markt aufzeigt. wirklich epochal ist ja die ansprache vom konzernchef arthur jensen an howard beale, in der er ihm erklärt, wie die gewalten des universums wirklich funktionieren (aus konzernperspektive):

      Arthur Jensen: You have meddled with the primal forces of nature, Mr. Beale, and I won’t have it! Is that clear? You think you’ve merely stopped a business deal. That is not the case! The Arabs have taken billions of dollars out of this country, and now they must put it back! It is ebb and flow, tidal gravity! It is ecological balance! You are an old man who thinks in terms of nations and peoples. There are no nations. There are no peoples. There are no Russians. There are no Arabs. There are no third worlds. There is no West. There is only one holistic system of systems, one vast and immane, interwoven, interacting, multivariate, multinational dominion of dollars. Petro-dollars, electro-dollars, multi-dollars, reichmarks, rins, rubles, pounds, and shekels. It is the international system of currency which determines the totality of life on this planet. That is the natural order of things today. That is the atomic and subatomic and galactic structure of things today! And YOU have meddled with the primal forces of nature, and YOU… WILL… ATONE! Am I getting through to you, Mr. Beale? You get up on your little twenty-one inch screen and howl about America and democracy. There is no America. There is no democracy. There is only IBM, and ITT, and AT&T, and DuPont, Dow, Union Carbide, and Exxon. Those are the nations of the world today. What do you think the Russians talk about in their councils of state, Karl Marx? They get out their linear programming charts, statistical decision theories, minimax solutions, and compute the price-cost probabilities of their transactions and investments, just like we do. We no longer live in a world of nations and ideologies, Mr. Beale. The world is a college of corporations, inexorably determined by the immutable bylaws of business. The world is a business, Mr. Beale. It has been since man crawled out of the slime. And our children will live, Mr. Beale, to see that… perfect world… in which there’s no war or famine, oppression or brutality. One vast and ecumenical holding company, for whom all men will work to serve a common profit, in which all men will hold a share of stock. All necessities provided, all anxieties tranquilized, all boredom amused. And I have chosen you, Mr. Beale, to preach this evangel.
      Howard Beale: Why me?
      Arthur Jensen: Because you’re on television, dummy. Sixty million people watch you every night of the week, Monday through Friday.
      Howard Beale: I have seen the face of God.
      Arthur Jensen: You just might be right, Mr. Beale.

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  1. Nun denn: @ C.araxe: er hatte Folgen, schon mal hier, Ihre Äußerungen, die der Anderen und die Tatsache, dass Sie etwas traurig finden und uns davon in Kenntnis setzen.
    @ Madame Öschenie: Ja. Es ist wichtig sich dessen bewusst zu werden, dass man auch zornig sein oder werden darf, wenn man die Patentlösung nicht in der Tasche hat. Nur so kann man sich zur Wehr setzen. Die ständigen Versuche, Verwirrung zu erzeugen und die Bürger darüber zu belehren, dass sie von nichts eine Ahnung haben, zielen doch nur darauf ein Schweigen aus Beschämung herzustellen. Beschämung darüber, dass wir den ausgemachten Kappes den wir zu hören kriegen nicht mehr entwirren können.
    Ich wünsche uns dringend einen derartig effektiv kotzenden Moderator. Ja verehrte Mitmenschen, die eigene Meinung wäre da gefragt, und dann noch die „Vermessenheit“, dazu auch zu stehen.

    Gute Nacht zusammen.

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    1. @Herrschaftssprache – Beispiel von Georg Schramm (bzgl. Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan)
      „Eine etwaige Übergabedividende muss unter dem Aspekt der Reinvestierung in noch nicht befriedete Regionen gesehen werden.
      Wenn Sie den Satz auf Anhieb verstanden haben, dann hat dieser Satz seinen Zweck verfehlt. Das ist Herrschaftssprache. Sie sollen diesen Satz hören und sofort denken: davon verstehe ich nichts, bin ich zu blöd für. Das mag im Einzelfall richtig sein, ist aber in diesem Fall erwünscht. Sie sollen sofort das Gefühl haben: verstehe ich nicht, kann ich nicht mitreden. (…) Achten Sie auf das Vokabular!”

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    1. Ich antworte mal mit einem Zitat von Papst Gregor (aus dem aktuellen Programm von Georg Schramm)

      „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“

      Wir müssen sensibel für Missstände werden, auch und gerade wenn sie uns nicht einmal selbst betreffen, und uns empören, auch wenn dadurch nicht von jetzt auf Nachher mit einer Veränderung zu rechnen ist. Parallel sollten wir über Alternativen nachdenken und uns mit Utopien befassen oder welche entwickeln.

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    2. …durch Aggression befreite Lebensenergie kann durchaus konstruktiv sein und muss nicht destruktiv enden, HerrFrau Stopp. Ich bevorzuge zum Abbauen von Frustrationen eher den Humor/ das Lachen, aber mit Lachen wurden politische Mißstände leider noch nie verändert. Bedauernswerterweise lässt sich Dornröschen nicht immer mit einem sanften Kuss aus ihrem Handlungs-Koma wecken, zuweilen braucht es eine auf den Tisch schlagende *grinzl:* Faust. *Applaus!*

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