Weihnachten steht vor der Tür

Lieber Heinrich, Du* kannst dir´s denken,
ich will dir gerne etwas schenken.
Und überlegte fiebrig Tag und Nacht,
womit man dir wohl Freud macht.

Doch schien mir dies unmöglich fast,
weil du womöglich alles hast.

Da kam mir die Idee beim Denken,
dir eine Flasche NICHTS zu schenken.
Den Einfall fand’ ich gar nicht schlecht:
Denn NICHTS zu schenken, war mir recht!

Ich bin dann in die Stadt gelaufen,
um schnell für dich NICHTS einzukaufen.

Das aber war nicht leicht zu schaffen,
du ahnst ja nicht, wie alle gaffen,
kommst du in ein Geschäft gelaufen
und sagst sogleich: Ich will NICHTS kaufen,
schaust wie ein Kunde aus zumindest
und fragst, ob du hier wohl NICHTS findest.

Verkäufer wie Verkäuferinnen,
sie meinen gleich, du wärst am Spinnen.

Doch all der Fragen angesichts
rief ich sofort: „Ich möchte NICHTS“,
und suchte noch mit leerer Tasche
in den Regalen nach der Flasche,
bis mir der Chef dann sagt‘ am Ende,
dass ich ganz hinten links NICHTS fände.
Und wirklich, im Vorübergeh’n
sah ich tatsächlich dort NICHTS steh’n.

Ich nahm mir NICHTS und bin gerannt
vor Freude, weil ich hier NICHTS fand
zur Kasse gleich mit großem Strahlen
und sagte: „Ich will NICHTS bezahlen!“

Die Kassendame sah mich an,
und sie erwiderte sodann:
„Wenn wir im Hause NICHTS empfahlen,
dann müssen Sie auch NICHTS bezahlen!“

Du merkst es ist zum Haare raufen
willst du nun wirklich mal NICHTS kaufen.
Ich will die Rede hier beenden
Du siehst, ich habe NICHTS in’ Händen.
Ich schenk’ dir NICHTS, wie du hier siehst,
und wünsche, dass du NICHTS genießt.

Genießt du aber NICHTS beim Schwitzen,
hast du von NICHTS gleich einen sitzen.
Und fährst du einen großen Schlitten
mit NICHTS im Bauch, muss ich dich bitten,
wirst von der Polizei herausgewunken
sag ehrlich: „Ich hab‘ NICHTS getrunken!“

*Das Du ist dem Versmaß geschuldet

2 Kommentare zu „Weihnachten steht vor der Tür

  1. Liebste Frau Faust,
    ich bin gerührt, dass Sie mir dieses Gedicht und den 8. August gewidmet haben. Gut, dass Sie mir den Link gezeigt haben, denn ich hatte es übersehen.
    Leider habe ich weder NICHTS noch etwas anderes für Sie, einfach nur nichts außer ein paar ganz herzlichen Grüßen!
    Ihr Heinrich

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