Entfernung (Excision)

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Preisgekröntes Kurzfilmdebüt von Richard Bates, Jr. (Drehbuch und Regie), USA, 2008, mit Tessa Ferrer als Pauline.

23 Kommentare zu „Entfernung (Excision)

  1. Toll gemachter Film, brandheißes Thema…
    Meiner Meinung nach wird viel zuwenig Aufklärungsarbeit betrieben, was menschliche Entwicklung betrifft. Vielleicht würde es dann aber noch viel weniger Kinder geben, wenn sich potenzielle Eltern der Risken ihres eigenen beschädigten Empfindens und Handelns für die Kinder bewusst wären. Elternschaft ist eine schwerwiegende Angelegenheit. Und Kindheit ist „gruselig“ (hat mir mal jemand geschrieben).

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    1. Von Milton Erickson, dem Begründer der Hypnotherapie, stammt die hoffnungsfrohe Bemerkung, dass es nie zu spät sei, eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. Ich wünsche mir zumindest, dass das immer mehr Menschen gelingt, denn was das rechtzeitige und wirksame Erreichen von Eltern anbelangt, bin ich recht pessimistisch.

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    2. @Eugene Milton Erickson und seiner These „Es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit gehabt zu haben“ stehe ich doch ein bisserl skeptisch gegenüber.
      Schmerz ist Schmerz, das sollten wir nicht unter den Teppich kehren.
      Damit leben und zurecht kommen wäre eigentlich, so denke ich, zielführender.

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    3. Ohne den Zusammenhang mit seiner Arbeit klingt das Zitat tatsächlich etwas zynisch.

      …Es wird angestrebt, auf der einen Seite positives Erleben aus der Kindheit ins Bewusstsein zu heben und damit als Ressource nutzbar zu machen und auf der anderen Seite im „Hier und Jetzt“ die emotionale Zuwendung, die in der Kindheit gefehlt hatte, sich selbst eigenständig zu geben und psychische Verletzungen aus der Kindheit zu heilen….

      [aus dem Wikipedia-Artikel: Das innere Kind (wobei ich diesen Begriff – weshalb auch immer – nicht so mag…)]

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    4. Das Schwierige am Herausheben der kindlichen Freude liegt wohl im Ablösen von dazugehörigen konkreten Anlässen. Denn jeder freudige Anlass führte damals meist früher als später zu herber Enttäuschung, sei es, dass die kindliche Empfindung abgewertet wurde oder einfach der Anlass von den primären Bezugspersonen nicht annähernd angemessen gewürdigt wurde.

      Das damalige freudige Empfinden selbst aufzuspüren kann für den Erwachsenen unglaublich mühsam sein, wenn nicht ausreichend Anlässe erinnert werden können(dürfen). Doch ist es manchmal geradezu überlebensnotwendig, um dem – ebenso von damals herrührenden – übermächtigen Schmerz entgegengehalten werden zu können. Diese spezielle Freude stellt das „Trotzdem“ dar, das „Ja, aber“.

      Wie Saugnäpfe wirkt sie, die Freude, mit denen ich mich vor dem Hinunterrutschen im spiegelglatten Trichter der Hoffnungslosigkeit rette.
      Schmerz geht davon nicht weg, aber er wird aushaltbar. Nicht: „bloß“ aushaltbar. Das „IST“ aushaltbar allein eröffnet alle neue Gestaltungsmöglichkeiten. Ja, so empfinde ich das.

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  2. das erste Mal habe ich zur Frühstückszeit begonnen den Film zu schauen…und recht bald wieder abgeschaltet. Mein früher Magen war dafür zu sensibel….:-(.
    Heute dann der zweite Versuch….brutal, rührend und aufrüttelnd. Allerdings bedient er sich auch einiger Klischees und überzieht stellenweise reichlich, obwohl gerade die ‚Täter‘ dies wahrscheinlich dennoch nicht begreifen……wollen.

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    1. Das Klischee mit dem asthmatischen Mädchen….vielleicht sehe ich es aber auch nur aus meiner beruflichen Erfahrung so.
      Die zusätzlichen Kommentare hierzu, dass – wie auch bei Illich beschrieben – Kindheit generell noch nicht so lange existiert finde ich nachdenkenswert. Zumal gerade heute eine ‚Kindheit‘ was Eigenverantwortung anbelangt zu weit ins Erwachsensein ausgedehnt wird (meiner Meinung nach).
      Das innere Kind (auch ich mag diesen Ausdruck nicht – er klingt so sozialpädagogisch aufoktruiert 😉 ist in jedem Fall ein Ansatz frühe Verletzungen erst mal überhaupt zu benennen und zu verändern. Das finde ich wichtig. Eltern machen vieles verkehrt und handeln meistens auf dem Fundament ihrer eigenen Kindheit. Das schlechte Gewissen wäre somit vorprogrammiert, wenn man sich das vor Augen führt. Glücklicherweise sind jedoch viele imstande zu reflektieren und ihre ‚Kindheitserlebnisse‘ oder auch – traumata nicht bei ihren Kindern zu wiederholen.

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    2. Das Mädchen hatte m.E. CF bzw. Mukoviszidose.

      Gerade der Gedanke an die Kindheit der eigenen Eltern, Großeltern usw. kann sehr heilsam sein und Verständnis fördern. Ich habe z.B. erst Ende Dreißig erfahren, was meine Mutter alles mitgemacht hat. Seither habe ich auf eine Art mein Gedächtnis verloren, was meine eigenen Konflikte mit ihr anbelangte. Mein eigener Kinderwunsch blieb leider unerfüllt. Daher kann ich zu einem weitergegebenen Erbe nichts sagen.

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    3. Frau Eugene….Sie haben natürlich Recht….gezz wo Sie’s sagen. Manchmal ist Frau wohl betriebs-blind ;-)…oder einfach zu schnell.
      Das Gedächtnis ‚verlieren‘ kann man wohl aber auch nur dann, wenn der Kindheits-schaden nicht allzu groß ist. Das erhoffe ich mir wenigstens was meinen Sohn betrifft. Bei mir ist es leider zu spät. So hat jeder wohl unerfüllte Sehn-Süchte….

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  3. Mir stellt sich die Frage, ob einem Menschen allein eine Herzübertragung gelingen kann. Man müsste viele Arme wie ein Krake haben, um die entsprechenden Spreizungen und Abklemmungen zu fixieren.
    Aber eine Jugendliche, die eine derartige Zielstrebigkeit an den Tag legt, ist bewundernswert. Ich persönlich glaube nicht, dass es da um eine vorenthaltene Kindheit geht.
    Ich sehe da eine andere Problematik aufgezeigt: den Zwang, in die innere Emigration zu gehen, den Verzicht darauf, jemanden zu haben, mit dem man sprechen kann. Und für diese Fragestellung spielt das Alter keine Rolle. Das kann in jeder Lebensphase passieren.
    Sehr spannend und hervorragend gespielt.

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