Ein Albtraum

Es fängt harmlos an. Nein. Es ist geradezu wunderschön. Ein warmer, traumhaft sonniger Tag will Abend werden. Die Sonne steht tief, und die Luft wird angenehm lau.

Drei Jungs kicken noch. Sonst ist der Strand menschenleer.

Als der Ball in meine Richtung fliegt, versuche ich ihn lässig gegrätscht zu stoppen. Es gelingt mir nicht. Der Ehrgeiz fehlt.

Lachend hake ich den A. unter, der sich Richtung Heimat bewegt.

Warmes Wasser überspült langsam den Strand.

Bei den Bungalows ankommen, plätschert es schon sanft gegen die Terrassentür.

Wir gehen wohl besser hinten rein, verkünde ich sorglos, aber der Allergeliebteste – eben noch an meiner Seite – ist weg. Und auch die Häuserzeile ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt.

Schlagartig fühle ich mich jämmerlich und unbeschreiblich verloren. Schon sinkt der Strand mit mir ins absolute Nichts.

Ich erwache an meinem Todesschrei.

27 Kommentare zu „Ein Albtraum

    1. Sie dürfen mir glauben, dass mein Material in traumhaften Farben aufgezeichnet war. Bei der Wiedergabe musste ich allerdings Opfer bringen.

      (Ich erinnerte mich sogar noch dunkel an Ihren damaligen Beitrag)

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    2. Vielleicht klappt es ja, wenn Sie die Sättigung nicht so stark verringern und bei der Schärfe lässt sich bestimmt auch noch was machen, wenn Sie auf das diagonale Verwischen verzichten. ;·)

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  1. Diese Traumschilderung hat bei mir tiefe Resonanzen hervorgerufen. Wie ergreifend erzählt! Wie lebendig illustriert! Wie schön, dass der „Allergeliebteste“ dann plötzlich wieder da ist… Ich möchte Ihnen Beiden gerne dieses Gedicht hierlassen:

    Morgenglück

    Aneinander erwachen
    Aus ahnendem Traum,
    Die Augen aufmachen
    In klingendem Raum

    Die Hände fühlen
    und schlafeswarm
    Hinüberspülen
    In deinen Arm

    So süß gebettet,
    So Blut an Blut,
    So sanft gerettet
    Aus Nacht und Flut

    Im Grenzenlosen
    So still zu zweit…
    Der Tag weht Rosen
    So leicht, so weit…
    (Eugen Roth)

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    1. Der Allergeliebteste war leider schon früh im Büro. Gern hätte ich mich schlafeswarm in seine Arme spülen lassen, sanft aus Nacht und Flut gerettet. Wie passend dieses wunderschöne Gedicht gerade nach solch einem Traum ist. Vielen Dank dafür!

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    1. Ich weiß. Schon als Kind kam ich nach längerer Gedankenarbeit zu dem Schluss, dass ein Nichts, das ich mir vorzustellen versuchte, ja schon im Moment des Erfassens kein Nichts mehr sein kann. Und ein absolutes Nichts ist natürlich absurd 🙂

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    1. ich mag bildgeschichten. und deine hier hat poesie. (wer hat nicht schon ähnliche träume gehabt …)
      sehr schön die gewählten bildausschnitte, die dem betrachter genug assoziativen raum lassen.
      der text schlicht als erzählende, sanfte stimme unterlegt.
      wirklich gut komponiert.

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