Abgeschnitten von der Welt

Früh genug – Anfang November – melde ich online den anstehenden Umzug an. Bald erfahre ich, dass die Umstellung zum 20. Dezember geplant sei. Passt! Umzugstermin ist der 19.

Ich frage bei der Hotline nach, ob das irgendwann vielleicht etwas konkreter bestätigt wird. Ein folgenschweres Telefonat! Da das Bezugsobjekt ja ein Neubau sei, sei allein die Telek*m für die Erstversorgung zuständig. Ich müsse also dorthin wechseln und am besten den günstigsten Vertrag nehmen. Wenn dieser dann irgendwann von mir wieder gekündigt würde, könne ich gerne zurückwechseln. So ein Scheiß!

Verärgert rufe ich bei der Telek*m an. Dort erklärt mir ein leider ebenso unfreundlicher Callcenter-Agent zumindest, dass es keinesfalls ein Telek*m-Monopol auf Erstversorgungen gäbe. Also melde ich mich erneut bei der Al*ce-Hotline und habe jetzt natürlich eine andere „Was-kann-ich-für-Sie-tun-Mitarbeiterin“ am Ohr. Ich erkläre kurz, dass man mich falsch informiert hätte und ich außerdem auch keine große Lust auf so ein umständliches Procedere verspüre. Und siehe da, plötzlich fragt man mich: welche Etage, rechts, links…?

Am 19.12. frage ich nach, in welchem Zeitfenster morgen denn nun der Techniker voraussichtlich in der neuen Wohnung aufschlagen werde. 8.00 bis 16.00 – naja, eine sehr großzügige Zeitplanung, aber ok, Hauptsache er kommt!

Am 20.12. gebe ich dem Menschen die Chance, mich bis 20.00 Uhr mit einer Leitung zur Außenwelt zu beglücken. Niemand erlöst mich. Ich rufe bei der Hotline an. Ratlosigkeit an beiden Enden.

Bis auf die Feiertage vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit überwiegend freundlichen aber unwissenden Menschen jeweils etwa 8,- € (wie ich im Nachhinein feststellen musste) vertelefoniere – zunehmend böse und bald auch zunehmend verzweifelt. Ein Irrgarten! Besetzt mit Herrn Winter, Wiese, Maier, Keck, Frau Sommer, Müller, Schmidt, Berger, Bach, Bart, Rohr, und wie sie alle heißen…

Ich ziehe argumentativ und emotional alle Register (das erspare ich mir/euch hier) mit dem Ergebnis, dass ich schon nach einem erst drei Wochen andauernden Kampf tatsächlich wenigstens einmal einen Rückruf (ich glaube von Frau Rohr) erhalte, in dem mir erklärt wird, dass es sich, wie sie jetzt herausfinden konnte, ja um eine Erstversorgung handle und ich daher zur Telek*m wechseln müsse. Wie bitte? Zurück auf Los, ziehen Sie nicht 4000,- DM ein? Die Wahl zwischen Pest und Cholera?

In den anderen zehn Wohnungen wird schon seit Wochen telefoniert und gesurft. Meine direkte Nachbarin ist auch Kundin von Al*ce-Hansen*t. Sie hat ihren Umzug nur online angekündigt und alles lief problemlos. Frau Rohr interessiert das nicht. Ich weine echte Tränen.

Fortsetzung…

4 Kommentare zu „Abgeschnitten von der Welt

  1. Das, liebe Frau Faust, hätten Sie wahrscheinlich beim Giganten in pink nicht erlebt. Ich mag die ja auch nicht, aber als Journalist, der auch an mehreren Online-Projekten arbeitet, bin ich nach drei Ausflügen zur Konkurrenz reumütig zurückgekehrt.

    Mag sein, dass der Service hier nicht sonderlich prickelnd ist – doch bei den Mitbewerbern ist er desaströs.

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  2. ach, eugene, wie ich das wohl kenne…in meinem fall war es aber nicht die dame im roten kleidchen, sondern der alte schwule herr, der füher in allgemeinbesitz gehalten wurde. anmeldung am 15.11., versprochen von der roten dame war „ca. anfang dezember“. es mögen auch acht euros des talk-line-nachfassens gewesen sein, nein der schwule herr straft eben die wechsler ab…und am 18.1. dann kam ein geselle daher und ist nach zehn minuten wieder weg. es funktioniert natürlich nicht. also anruf bei der roten dame, „das ist problem des telekommunikationsgesetzes…dort steht, daß sich der schwule herr bis sechzehn uhr zeit lassen darf…“. es ist siebzehn uhr, freitag abend (wie schön), und nun stellt sich heraus, daß das mir gelieferte modem leider defekt sei. dieses geht nun aber allerdings völlig zu lasten der jungen roten! anscheinend „kommt das öfter mal vor…“. aha. mit den nerven am ende beschliesse ich, nicht zu warten, auf das neue modem, sondern investiere nochmals, zusätzlich zu 800,– euro mobiltelefon-kosten und 12,– internetcafe-kosten einen fünfziger für ein stinknormales gerätchen. nein, warten will ich jetzt nicht mehr. eine woche später, das heisst heute, kommt das damen-modem, und nach einem ausgedehnten beruhigungsmittagsschlaf werde ich nun, in diesen minuten, darangehen, ebendieses zu installieren….

    vielleichtfunktioniert gann auch, nach 9 1/2 wochen, mein neues festnetz. es ist schon spannend…

    also viel glück dir, für teil zwo!
    gruss, schneck 🙂

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