Erfahrungswelt Swingerclub – Einzelaspekte / heute: Sex und Liebe

Hier geht es um die Fragen, ob Liebe und Sex bewusst oder notgedrungen getrennt werden, welche Bedeutung die Liebe im Club oder/und im Privatleben hat, und welche Sehnsüchte in dieser Hinsicht existieren.

Tine macht ihre wichtigsten Erfahrungen im Club als verliebte Frau. Sie hat bisher drei exklusivere Clubbeziehungen, die allerdings sehr einseitig wirken. Den stärksten Sog übt nach wie vor ihr Nachbar aus, mit dem sie sich inzwischen auch wieder regelmäßig trifft. Als sie sich einmal sehr verliebt fühlt und den Eindruck gewinnt, er liebe sie auch, entgegnet er brutal: „Wegen der Liebe sind wir nicht hier, wir sind wegen Sex hier.“ Sie ist schockiert. Sie wehrt sich aber auch weiterhin nicht und macht alles mit, obwohl sie fühlt, dass sie einfach mal Nein sagen sollte.

Die zweite Beziehung entsteht, weil er sich lange Zeit von ihr zurückzieht. Die dritte, weil sich dieser Nachfolger wiederum von ihr trennt. Tine stellt fest, dass sie „doch wohl wieder zu viel Herz investiert“ hat. Sie ist desillusioniert und denkt, dass man im Club wohl keine Männer findet, bei denen alles zusammenpasst, obwohl „man da ja alle durchtesten kann“.

Zum Gesprächszeitpunkt ist Tine wieder mit einem recht jungen Mann alle 14 Tage im Club. Nach einer Woche Warten ist sie gerade „ziemlich am Boden“ und stellt fest: „Holla, schon wieder auf dem besten Wege, da mehr einzubringen als gewollt.“

Tine strebt also vorrangig Sex gepaart mit Liebe an und trennt eher Eheroutine und Leidenschaft. In ihrer Ehe hat sie zwar Verbindlichkeit, aber Sex ohne Leidenschaft. Im Club dagegen erlebt sie Leidenschaft gepaart mit Unverbindlichkeit, was allerdings nicht ihr erklärtes Ziel ist – ganz im Gegenteil!


Anna wünscht sich grundsätzlich schon eine Verbindung von „Sex und Herz“, verliebt sich aber nur selten. Das klassische Kennenlernen – „sich ein paar Mal treffen und noch mal und noch mal, und sich dann verlieben“ – passiert ihr seit Jahren nicht mehr. Sie hat aber keinen Leidensdruck dadurch, denn es fällt ihr leichter, nichts anderes als Sex zu erleben, wenn sie sich für etwas entscheiden muss. Wenn sie Lust auf Sex hat, weiß sie, dass sie das „in so einem Club leben kann“ und empfindet das eher „als Bereicherung und nicht als etwas Schlimmes“.

In einen jungen Mann, den sie einmal über eine Kontaktanzeige in einem Swinger-Forum kennen lernt, verliebt sich aber sofort, obwohl ihr klar ist, dass es „keine Konstellation zum Verlieben“ ist. Sie treffen sich einige Male. Zu mehr ist er nicht bereit. Die Affäre endet bald.

Zum Jahreswechsel lernt Anna in einem Tantra-Seminar einen Mann kennen. Sie empfindet mehr als Verliebtheit. Mit ihm ist es vertraut und schön, und Sex hat „so etwas Spielerisches“. Wenn sie an ihn denkt, wird sie traurig, denn er hat seinen Besuch abgesagt. Aktuell hat sie eher das Gefühl, dass sie sich nicht wieder sehen. Sie fühlt sich noch zerrissen, denn sie wünscht es sich schon. Er will indessen die Begegnung als Erinnerung „so stehen zu lassen“. Sie will sich daher nicht in Wünschen verlieren, die möglicherweise nur deshalb da sind, „weil der andere so weit weg ist“. Sie spürt, dass eine innere Distanz mit der räumlichen Entfernung zunimmt und die Leidenschaft nicht aufrecht zu erhalten ist.

Freundinnen sagen ihr, dass sie sich nicht vorstellen können, Sex ohne vorherige emotionale Bindung zu haben. Sie dagegen stellt fest, dass Swingerclubs und die Unverbindlichkeiten im Kontakt mit Männern, ihr erleichtern, sexuell zu experimentieren oder animalische Lust zu zeigen. In Beziehungen traut sie sich bisher nicht, sich mit allen Facetten ihrer Sexualität zu offenbaren. Mit dem Mann aus der Ferne ist das allerdings anders. Da kann sie auch erkennen lassen, dass sie Lust auf ihn und seinen Körper hat. Ein wenig traurig ist sie darüber, dass es im Club nur die sexuelle Lust gibt – aber immerhin!

Lilly trägt im Club einen „Keuschheitsgürtel“ um ihr Herz, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es dort ein Mann haben will, schätzt sie gering ein. Erst wenn ihr ein entsprechender Mann ernsthafte „Avancen“ machen würde, würde sie versuchen, ihr „Herz etwas zu öffnen“ – allerdings nicht im Club.

Sie ist davon überzeugt, dass auch Frauen Sex und Liebe gut trennen können. Nur bei Männern im eigenen Bett fällt ihr das tendenziell schwer. Zusammen schlafen und einschlafen ist für sie so intim, dass dabei die Gefahr besteht, sich zu verlieben. Wenn sie nachts aufwacht, den Mann neben sich registriert und dann auch noch das Aufwachen schön ist, ist schnell ihr „Herz verloren“. Sie fühlt sich dann ganz verletzlich und angreifbar. Wenn sie aber im Club Sex hat, dann ist es ausschließlich Sex. Sie erlebt zwar auch intime Momente, meist im Sinne von freundschaftlich, erlebt das Danach aber auch häufig sehr „kumpelmäßig“.

Seit sie regelmäßig in den Club geht, kommt es nur noch vereinzelt zu Affären, aber nicht mehr in ihrem Bett. Bei einem ernsthaften Kandidaten und beidseitiger Verliebtheit möchte sie den konventionellen Ablauf abwarten: Erst ausgehen und Sex frühestens beim dritten Date. Sie „datet“ nach wie vor, geht dabei aber sehr viel langsamer vor und nimmt sich die Zeit, jemand wirklich kennen zu lernen und „die Zeit des Flirtens, des Knutschens, des scheuen Annäherns zu genießen“. Früher ist sie da viel schneller. Da ist der Antrieb nicht selten reine Lust, und hinterher bereut sie die entstandene Affäre manches Mal. Sie unterscheidet inzwischen ganz klar ihre Sehnsucht nach Partnerschaft und ihre allmonatliche „Geilheit“. Allein die Option auf einen Clubbesuch zu haben, reicht ihr inzwischen zur „Beruhigung“ oft schon aus.

Sex im Club und in Beziehung ist für sie wie „zwei Sportarten“, ein Unterschied wie „Traktor fahren und Auto fahren“. Wenn wirklich Verliebtheit oder Liebe mit im Spiel ist, dann ist für sie Sex „eine-Verbindung-eingehen“ und „eine ganz besondere Form von Kontakt und Verschmelzung“. Im Club ist Sex „wie Knöpfe-Drücken“. „Man drückt bestimmte Knöpfe, damit bestimmte Gefühle entstehen“. Dabei ist für Lilly der Partner fast egal. In gewisser Weise benutze sie die Männer im Club, aber innerhalb einer „Win-Win-Situation“. Niemand macht im Club etwas gegen seinen Willen und alle Beteiligten haben ihren Spaß. Zuerst denkt sie, sie sei wahllos. Sie empfindet sich aber eher tolerant, denn sie schenkt Menschen häufiger „den zweiten Blick“. Trotzdem würde sie den verheirateten Mann aus Budapest, den sie sehr gern mag, „im richtigen Leben nicht angucken“, nicht nur weil er Familie hat, sondern auch, weil er kleiner als sie ist.

Ihr Bedürfnis nach Herzensverbindung wird zu einem guten Teil von ihren zahlreichen Freundinnen abgedeckt. Der Kontakt zu ihnen „befriedigt ziemlich viel Sehnsucht nach Intimität, auch wenn man sich da nicht alles erzählt“. Sie ist gegen „Besser-als-nichts-Männer“ und nicht mehr zu faulen Kompromissen bereit.


Cora trennt bewusst nicht zwischen Sex und Liebe und entwickelt ihren jeweiligen Sexpartnern gegenüber Gefühle von Liebe und Zuneigung. Das begrenzt sich für sie meist auf den Zeitraum der Begegnung, nicht aber auf die Intensität. Das Gefühl ist ohne Erwartung. „Ein inneres Umarmen“ nennt sie das – „jemand angucken, wahrnehmen, akzeptieren, die Schönheit sehen“. Wenn sie mit jemandem Sex hat, entwickelt sich dieses Gefühl immer automatisch. Sie möchte sich „teilen“ und in solchen Momenten nicht abblocken, nur weil sie einen Lebensgefährten hat. Auch wenn sie die Männer anschließend nie wieder sieht, ist es doch „reiner Genuss“ im „Hier und Jetzt“ für sie. Es gibt Männer, da freut sie sich „tierisch“, wenn sie sie wieder sieht. Manche trifft sie auch außerhalb des Clubs und pflegt eine entspannte Affäre, die ihre eifersuchtsfreie Partnerschaft gut verkraftet.

Für Cora gibt es „nichts Schlimmeres als Eifersuchtsszenen“. Für sie und ihren Partner ist das kein Thema. Jeder darf machen „was er will“. Trotzdem ist ihr Arrangement „keine unverbindliche Wohngemeinschaft“. Sie liebe ihn, habe aber kein Besitzrecht an ihm, und er nicht an ihr. Für Clubbesuche sind keine Absprachen nötig. „So wie es kommt ist es gut“. „Es belebt die Partnerschaft“, sagt sie. Wenn sie nach einem Clubbesuch nach Hause kommt, hat sie ein ganz anderes Auftreten, als wenn sie immer nur zu Hause wäre und das „immer nur mit dem einen Mann“. „So ist da eine Balance drin“. Monogame Beziehungen sind nicht mehr „ihr Ding“. Sie will sich und ihre Bedürfnisse nicht mehr verstecken.

Manchmal geht es bei Coras Begegnungen um etwas Anderes, nicht um Liebe und nicht um Sex, sondern um „ein Stück Erweiterung“. Es beginnt dann zwar auf einer sexuellen Ebene, endet aber „ganz woanders“. Sie glaubt, dabei gehe es nicht um sie, sondern um den, der eine Begegnung will. Sie trifft kürzlich einen Mann im Club, sitzt mit ihm zusammen, sie reden eine zeitlang und schauen sich dabei in die Augen. Sie weiß nicht WAS da stattfindet, sie weiß nur, dass da ein starker Austausch über die Augen erfolgt ist. Danach sieht sie ihn nie wieder.

Für Iris geht es bei Berührung immer um Liebe. Auch bei einem Besuch im Swingerclub steht für sie Liebe „da drüber“. Liebe umfasst für sie alles, was mit Sinnlichkeit zu tun hat: Das Wahrnehmen, das Entdecken, und das Berühren von Lebewesen. Das kann auch ihr Kater sein.


Regina muss Sex und Liebe notgedrungen voneinander trennen, denn bei ihrem Partner verabschiedet sich das Begehren mit der zunehmenden Liebe.

Als ein zentrales Problem erkennt sie, dass es für manchen Mann wohl schwer ist, „in der Frau, die sie lieben, die Hure zu sehen“. Die „innere Hure“ ist für Regina ein wesentlicher Bestandteil ihrer Sexualität. „Immer nur heilig – ist nur halb“, findet sie. Außerdem ist für sie geteilte Sexualität, vor allem wenn viel „Herzensnähe“ im Spiel ist, „die letzte Bastion, wo man alles gibt“.

Sie will wieder beides – Sex und Liebe. Nach vielen, bisweilen frustrierenden Versuchen, die gemeinsame Sexualität zu beleben, will sich Regina nun endlich wieder von einem Mann begehrt fühlen, auch wenn es nicht ihr eigener Mann ist. Sie riskiert viel, als sie sich im vergangenen Jahr auf ein heftiges erotisches Liebesabenteuer einlässt. Zuerst verheimlicht sie ihren Lösungsversuch, konfrontiert ihren Partner dann aber doch, denn ihr Herz wurde mehr als beabsichtigt berührt. Sie erlebt einen „sehr hohen Öffnungsgrad“ im sexuellen Bereich, denn zu der Verliebtheit explodiert ihre aufgestaute Sexualität geradezu.

Der Gedanke an einen Swingerclub kommt auf, weil ihr die Wahrscheinlichkeit, sich dort in eine leidenschaftliche Affäre mit starker emotionaler Beteiligung zu verstricken, verhältnismäßig gering erscheint. Trotzdem ist da noch ein großer Wunsch nach „exklusiver Intimität“.

Im Swingerclub würde sie auch erst einmal keine sexuelle Vereinigung wollen, denn das ist für Regina der Punkt, wo möglicherweise wirkliche Intimität stattfindet. Das hängt auch vom Öffnungsgrad ihres Gegenübers ab. Wenn beide offen sind, findet Begegnung statt, und wenn dazu gegenseitiges Gefallen und „eine übereinstimmende Sprache in der Sexualität“ kommt ist das für sie „wundervoll“. „Dann fließt es geradezu so ineinander“. Sie findet dann schon Küssen „derartig verschmelzend und intim“, dass dadurch eigentlich schon die Vereinigung beginnt. Sie ist sich noch nicht klar, was in dieser Hinsicht im Club auf sie zukommen würde, wie emotional es da wird, ob sie Sex in „geballten Form“ aushält oder „nur in kleinen Portionen“. Sie kann Sex bisher gar nicht so recht ohne emotionale Beteiligung haben. Andererseits weiß sie, wenn sie bestimmte Sachen macht, „dann ist die Emotionalität sofort da“. Dann entsteht da auch „auf eine Art Liebe oder eine Verliebtheit“.

Beim Sex im Club hat Sandy die Haltung, dass sie den Mann, den sie gerade bei sich hat, in diesem Moment auch liebt. Das ist ihr vertraut, da sie „eh nie monogam“ ist. Am nächsten Abend liebt sie wieder jemand anderen und hat Sex mit ihm. Bei einem ihrer regelmäßigen Begleiter könnte sie sich durchaus eine Liebesbeziehung vorstellen, wenn er nicht gebunden wäre. Sie kann das aber gut trennen. Wenn sie weiß, dass ein Mann vergeben ist, dann bleibt das Herz eben bei ihr, und Sex ist im Vordergrund. Sie hätte aber schon gerne einen festen Liebespartner, mit dem sie „die Swingerei“ ausleben könnte, denn wenn man einmal damit angefangen habe, könne man es nicht mehr lassen.

Natalia sagt ganz deutlich, dass sich nicht mehr verlieben möchte und wohl auch nicht mehr in einer Beziehung leben wird, denn sie will nie wieder Trennungsschmerz erleben. Außerdem schätzt sie inzwischen die Vorzüge eines selbstbestimmten Singlelebens. Trotzdem ist ihr nach wie vor wichtig, dass „eine kleine süße Verliebtheit für den Moment mit körperlichem Prickeln und ein nettes Gespräch“ Ausgangspunkte für einen intimen Kontakt im Club sind.

ERGEBNISSE

Tine trennt Sex und Liebe nicht strikt, sondern notgedrungen, denn sie sucht beides. Trotzdem hat sie im Club auch Sex mit Männern, die sie nicht liebt. Dann geht es um Dinge wie Lust auf Körperkontakt und Zärtlichkeit und um Selbstbestätigung.

Anna tendiert inzwischen dazu, sich mit einem Leben ohne feste Liebesbeziehung abzufinden. Es fällt ihr leichter, nur reinen Sex zu haben. Im Club geht es ihr mehr um den intensiven Augenblick. Sie spricht dabei nicht von Emotionen, lässt sich aber nur ganz gezielt mit Männern ein, am liebsten mit solchen, die sie gerne küssen und riechen mag. Sie findet es aber schade, dass Swingerclubs nicht tantrisch sind und kaum Begegnungen mit Herzbeteiligung ermöglichen.

Lilly schützt ihr empfindliches, sehnsüchtiges Herz und trennt daher im Club strikt zwischen reinem Sex und Herzensbeteiligung. Sie geht mit diesem Thema bewusst ganz männlich um.

Cora lebt im „Hier und Jetzt“ und ist frei von Besitzdenken, sie fühlt Liebe zu allem als unablässigen Strom in sich und daher auch bei ihren Begegnungen im Swingerclub.

Bei Iris ist das ganz ähnlich.

Sandy ist da recht pragmatisch. Sie geht einfach davon aus, dass sie einen Mann, der für sie so ansprechend ist, um Sex mit ihm zu haben, im Moment auch liebt. Sie weiß, wie flüchtig bei ihr Liebesgefühle sind und sich wie Schmetterlinge auf die nächste Blüte setzen.

Natalia reicht Sympathie mit Bauchkribbeln vollkommen aus. Aber ohne geht’s nicht. Sex ist für sie, unabhängig davon, einfach ein natürliches Grundbedürfnis wie Schlafen und Essen. Eine feste Verknüpfung mit Liebe hat für sie allein daher weniger Bedeutung.


Das nächste Thema behandelt die
Mitwisser.

Für neue Leser:
Sie lasen soeben einen Teil aus meiner Diplomarbeit. Genauer gesagt, lasen Sie einen Teil dieses Kapitels.

4 Kommentare zu „Erfahrungswelt Swingerclub – Einzelaspekte / heute: Sex und Liebe

  1. Sex ist ohne Liebe nicht denkbar Ich bringe mal ein Zitat aus dem Gedächtnis, weiß der Teufel, wo es steckt. Es ist von Isaac Bashevis Singer und lautet. „Die einzige Hoffnung der Menschheit ist die Liebe in jeder Form und Art. Die Quelle aller Liebe aber ist die Liebe zum Leben.“
    Das ist es, wer Sex und Liebe trennt, gehört in meinen Augen nicht mehr zur Menschheit, grins. Es ist immer die Liebe zum Leben, auch oder gerade in der Lust. Etwas was ganz anderes ist eine Partnersuche, da sind wohl ein oder zwei Frauen mit falschen Vorstellungen in einem Swingerclub zu Gange. Der Mann, der Tine (?) da zurückweist, hat da völlig Recht.

    Meint, heute leider nur kurz

    Mukono 😉

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    1. Die Trennung von Sex und Liebe Was ist Liebe? Ich habe das bewusst nicht versucht zu definieren, da ich schon lange dazu übergegangen bin, zu sagen, Liebe ist das was jemand für Liebe hält. Und da sind ja ganz unterschiedliche Auffassungen zu finden. Gestern zum Beispiel – ich habe auch noch ein Stück des Films erwischt – da sagen sich eine Frau und ihr Freund, die sich offensichtlich sehr verbunden sind, dass sie sich nicht lieben und fallen sich erleichtert in die Arme, oder so. Tja, die beiden verstehen unter Liebe offensichtlich ein Begehren des anderen, welches wiederum ohne Erotik nicht möglich ist. Bei sehr vielen Menschen scheint nur das Konstrukt begehrende Liebe – also mit Erotik – Liebe zu sein. So und jetzt kommt noch Sexualität ins Spiel. Auch wieder so ein Konstrukt, das natürlich mit Erotik zusammen ein gutes Gespann abgibt. (Man kann aber auch – im Extremfall – mit abgrundtiefem Hass Sex haben. Gehen tut das. Oder ist dann ein Geschlechtsakt kein Sex mehr? ;-))

      Ich hatte mal Sex mit einem Freund, den ich sehr gerne hatte, als Mann an meiner Seite jedoch nicht hätte haben wollen. Das war in meiner damaligen hormonellen (?) Situation sehr stimmig und keine schlechte Erfahrung. War das jetzt Sex ohne Liebe? Oder Sex mit dem Ex, den man ja nicht mehr liebt, was auch immer wieder praktiziert wird? Sie sehen also schon, dass ich Ihren obigen Satz – allein schon wegen der in hohem Maße gesellschaftlichen Konstruiertheit von Liebe und Sexualität – nicht so einfach unterschreibe.

      Nun wurde es doch später mit der Antwort.

      Zu diesem Thema hätte ich natürlich gern mehr Beteiligung. Aber auch die „Unterhaltung“ allein mit Ihnen gefällt mir sehr. Danke Mukono und lieben Gruß von Eugene.

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    2. vielleicht habe ich nur etwas in den falschen Hals bekommen. Es ist letztendlich eine Definition der Liebe. So , wie sie Singer versteht, ist es eine allumfassende Liebe zum Leben. Also, „Sex ohne Liebe“ geht nicht in meinen Augen, weil man liebt sich selbst zumindest dabei oder seine Lust. Vielleicht haben Männer auch andere Fähigkeiten (grins, oder ich allein nur). So war ich bei meinen Huren immer sehr wählerisch und konnte für die einen Stunde echte und wahre Liebe empfinden, sogar nicht nur zu mir selbst. Nach der Stunde wurde einfach ein Schalter umgeschaltet: Vergessen…

      Liebe Eugene, wir wollen uns doch keinen Stress machen. So werde ich heute auch einen Kommentar auslassen und Sie sind nicht verpflichtet, immer zu antworten, schon gar nicht gleich.
      Aber gerade hier müsste das Thema Frau/Mann und Sex/Liebe doch mehrere interessieren, da haben Sie schon recht.
      Mal schaun, vielleicht geben noch andere ihren Senf dazu, bis morgen und liebe Grüße

      Ihr Mukono

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